Bryner: «Ich meldete mich als Lückenbüsserin»

Nach über zwei Jahrzehnten Engagement für den ECK begibt sich Margrit Bryner in die zweite Reihe. Ihrem Eislauf-Club bleibt sie aber noch erhalten.

Von Lukas Lüthi

20 Jahre Vorstandsarbeit, 15 Jahre Präsidentin – fünf davon im Co-Präsidium des Eislauf-Clubs Küssnacht (ECK): So umfassend ist das Engagement von Margrit Bryner für den ECK. Zum Eiskunstlaufen kam sie jedoch nicht ganz freiwillig. Ihre beiden Töchter Olivia und Andrea sind für ihr Engagement beim Eislauf-Club verantwortlich. Zuerst war Bryner mit ihren beiden Mädchen jedoch im Zuger Eislauf-Verein bis sie sich zur Rückkehr nach Küssnacht entschieden. Ab dann war es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die Mutter in den Verein eingebunden war: «Meine Tochter trat dem Eislauf-Club bei, trainierte aber weiterhin in Zürich. Irgendwann fragte mich der damalige Präsident an, ob ich nicht Rechnungsprüferin werden möchte. Er kam auf mich, weil ich seine Nachbarin war.» Nach zwei Jahren als Rechnungsprüferin folgte der Sprung in den Vorstand. Margrit Bryner übernahm zur Jahrtausendwende den Vorsitz der Technischen Kommission im Vorstand: «Sie wussten, dass ich in Zug bereits im Vorstand des Eislaufvereins war. Darum haben sie mich angefragt und ich schlitterte so in den Vorstand des ECK.»

Mit Herzblut und viel Zeit

Als Co-Präsidentin führte Bryner den Eislaufclub zusammen mit Stefan Plangger. Aber auch in dieses Amt «schlitterte» die 65-Jährige nicht mit voller Absicht: «Es wollte niemand das Amt des Präsidenten übernehmen als es frei wurde und so meldete ich mich als Lückenbüsserin.» Wenn Margrit Bryner über ihre Zeit als Co-Präsidentin spricht, ist ein gewisser Stolz nicht zu überhören – vor allem wenn es um die Läuferinnen des ECK und deren Erfolge geht: «Küssnacht hat in der Schweizer Eislaufwelt einen Namen bekommen. Wir waren ein sehr unbekannter Club und heute kennt man den ECK – auch beim nationalen Verband. Wir hatten auch immer wieder gute Athletinnen, die an Schweizer Meisterschaften auf dem Podest standen.» Da einen Höhepunkt zu benennen, fällt der abtretenden Präsidentin offensichtlich schwer. Nach einigem Zögern sagt sie dennoch: «Besonders schön waren immer die Schaulaufen am Ende der Saison. Da sahen wir den Fortschritt der Läuferinnen.» Zudem sei es auch immer wieder schön ehemalige Mitglieder zu sehen. Besonders freue es sie, wenn sie von diesen erkannt werde, berichtet Bryner. Negatives über ihre Zeit im ECK hat sie bis auf ein – jedoch sehr gewichtiges Detail – kaum zu berichten. Es sei in letzter Zeit immer mühsamer geworden, Freiwillige für die Vereinsarbeit zu motivieren: «Heute sind mehr Leute berufstätig und haben kaum mehr Zeit sich in einem Verein zu engagieren.»

Nun folgt nach langjähriger Tätigkeit aber der Rücktritt an der Generalversammlung im Juni. «Es ist an der Zeit, dass jemand Neues das Ruder in die Hand nimmt. Ich möchte diese Verantwortung nicht mehr tragen. Aber ich werde dem neuen Vorstand im Hintergrund helfen und nicht einfach verschwinden.» Sie habe in ihrer Zeit im Vorstand immer auf gute Vorstandsmitglieder zählen können und die Arbeit habe sie auch jung erhalten. Nun breche mit der Pension aber ein neuer Lebensabschnitt an, welchen sie mit mehr Reisen gestalten möchte. Dafür wird Margrit Bryner in Zukunft viel Zeit haben, welche sie bisher nicht finden konnte. Denn die Arbeit für den ECK hat sehr viel Zeit beansprucht: «Im Winter war ich sicherlich drei oder vier Mal in der Woche auf dem Eisfeld. In Stunden kann ich den Aufwand aber nicht abschätzen.»

Abschied fiel ins Wasser

Wie es sich eigentlich für eine abtretende Präsidentin gehört, wäre auch beim Eislauf-Club eine Verabschiedung geplant gewesen. Diese hätte anlässlich des Schaulaufens am 21. März stattfinden sollen, eigentlich. Denn das Coronavirus machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. «Ich bin über dieses Ende sehr enttäuscht. Aber in Anbetracht dessen, was aktuell auf der Welt passiert, ist meine Situation reiner Mumpitz», sagt Bryner. Dass das geplante Schaulaufen nicht stattfinden konnte, sei für den Club kein allzu grosses Problem. Schade sei es einzig für die Kinder. Vielleicht werde es im nächsten Winter in der Vorweihnachtszeit nachgeholt, worüber aber der neue Vorstand entscheiden müsse.

Ansonsten ist Margrit Bryner mit ihrer letzten Saison am Ruder des Eislauf-Clubs zufrieden – es sei eine schöne und ruhige Saison gewesen. Wie es mit dem ECK-Präsidium weitergeht, steht hingegen noch in den Sternen. Eventuell mache der bisherige Co-Präsident Stefan Plangger weiter und es werde einfach eine andere Frau für ihren Posten als Co-Präsidentin gesucht. Die entsprechende Sitzung fiel aber, wie so vieles in der aktuellen Zeit, ebenfalls dem Coronavirus zum Opfer.

Obwohl die Eislaufsaison früher zu Ende war als geplant, blickt Margrit Bryner zufrieden auf ihre letzte Saison als Co-Präsidentin zurück